300 Tage im Jahr unterwegs

Debi, wie sahen Deine ersten Schritte als Bloggerin aus?

Anfangs habe ich Instagram nur dafür genutzt, um meine Urlaubsfotos hochzuladen und meine Freunde und Familie so an meiner Reise nach Südafrika teilhaben zu lassen. Ich habe dort für drei Monate während eines Praktikums gelebt. Meine Followerzahl aber wuchs und wuchs weit über meinen Freundes- und Familienkreis hinaus. Was mich sehr gefreut hatte, denn es zeigte mir, dass meine Bilder auch bei anderen Instagrammern gut ankamen. Und mit dem steigenden Follower-Zuwachs wuchs dann auch die Nachfrage, ob ich nicht einen Blog schreiben möchte.

Wie hast Du diesen professionell aufgezogen, wie kamen die ersten Kooperationen zustande?

Als ich etwa 30.000 Follower hatte, habe ich dann meinen Blog debiflue.com gestartet und über meine Outfits, Reisen, Sport und meine Ernährung geschrieben. Bis 2015 war es tatsächlich noch ein Hobby. Nach und nach wurde das heutige „Influencer-Marketing“ für verschiedene Kunden interessanter, sodass sie Produktplatzierungen auf meinen Kanälen gebucht haben. Eine der ersten Kooperationen war ein Uhren-Post mit Kapten und Son, die dort auch gerade in den Startlöchern standen.

Was hast Du gemacht, bevor Du Bloggerin wurdest?

Als es mit Instagram und meinem Blog angefangen hat, steckte ich noch mitten in meinem Studium. Ich habe „Management und Economics“ studiert. Anfangs war es ziemlich schwer, denn ich wusste nicht so recht, worauf ich den Fokus legen sollte. Unter den Klausuren-Phasen hat das Bloggen natürlich immer sehr gelitten. Jedoch wurde nach und nach aus meinem Hobby ein Fulltime-Job.

Hast Du den angestrebten Job erst aufgegeben, als der Erfolg kam, oder schon vorher all Deine Zeit und Inspiration in den Blog investiert?

Als ich mich damals dazu entschieden habe, mein Studium zu pausieren und den Fokus auf das zu legen, was ich liebe und was mir Spaß macht, fiel mir direkt ein Stein vom Herzen. Sowohl das Studium als auch das Bloggen sind sehr zeitintensiv, sodass ich mich nach meinem Entschluss voll und ganz auf meine Brand „debiflue“ konzentrieren konnte. Und ich bereue keinen Tag.

Welche Ziele hattest Du früher mit Deinem Blog und Instagram-Profil und welche hast Du jetzt?

Als ich damals gestartet habe, war es einfach ein Hobby. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ziele und ich wusste überhaupt nicht, dass sich so viele Möglichkeiten ergeben können. Ich denke, ein Grund für meinen Erfolg ist auf jeden Fall, dass ich niemals nur bloggen wollte, um erfolgreich zu sein, beziehungsweise damit Geld zu verdienen. Ich habe es gemacht, weil es mir großen Spaß macht.

Wie oft reisen Du und Dein Freund @keeevsch und welche Länder habt Ihr für den Blog schon besucht?

Wir sind etwa 300 Tage im Jahr unterwegs und lieben es. Um ehrlich zu sein, haben wir die Länder noch nie gezählt.

Du übernachtest häufig in Luxus-Hotels. Würdest Du Dich auch mal unter die Einwohner mischen und für ein paar Wochen ein dort typisches Leben führen?

Ich finde, die Balance macht es. Ich bin gerne in Luxus-Hotels, mische mich aber auch gerne unter die Einheimischen. Ich habe für drei Monate in Südafrika gelebt und gearbeitet. Es war eine super Erfahrung – würde ich immer wieder machen.

Du lebst vegan. Ist es schwierig, beispielsweise Hotels zu finden, die auch vegane Gerichte und sonstiges anbieten?

Zum Glück etabliert es sich immer stärker, dass Menschen sich vegan oder rein pflanzlich ernähren. Besonders in Restaurants – wenn es nicht gerade ein veganes ist – kann es passieren, dass Kellner das Gesicht verziehen, wenn man um Änderungen oder Extrawünsche bittet. Während des Reisens kann es je nach Land manchmal schwer werden, vegane Optionen auf der Speisekarte zu finden – aber nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt, nach Änderungen zu fragen – wie zum Beispiel mein Essen ohne bestimmte Zutaten zuzubereiten oder die Soße separat zu servieren – und über seltsame Blicke hinwegzusehen. Das bedeutet, dass ich den Koch manchmal um ein paar kleine Gefallen bitten muss, und es macht nicht immer Spaß. Aber am Ende lohnt es sich doch. Warum etwas essen, was man nicht essen möchte, nur weil Dich jemand dafür komisch anguckt? Ich bestelle gerne Salat in Restaurants und meistens, auch wenn es keine veganen Salate auf der Speisekarte gibt, frage ich nach der „Erstelle-Deinen-eigenen-Salat“-Option. So kann ich mir genau die Zutaten aussuchen, die ich gerne hätte. Nudeln mit Tomatensoße sind auch immer eine gute Alternative – ich gehe auf Nummer sicher, dass sie frei von Milchprodukten sind.

Gibt es hier starke Unterschiede in verschiedenen Ländern?

In asiatischen Ländern ist es super easy, sich vegan zu ernähren: Bali, Thailand oder Sri Lanka haben es mir richtig leicht gemacht.

Gibt es einen Richtwert, wie viele Bilder man mindestens pro Tag oder Woche posten sollte, um gefragt zu bleiben, die Follower aber auch nicht zu überzustrapazieren?

Nein, jeder ist da total frei. Ich versuche pro Tag ein Bild zu posten.

Ist das erste Foto immer schon ein Treffer oder wie viele Versuche braucht es, bis das beste Bild zustande kommt?

Mal so, mal so, jedoch schießen wir lieber immer ein paar mehr Fotos, um sicherzugehen, dass auf jeden Fall eins dabei ist, das mir gefällt. Alles tagesformabhängig – jeder hat ja mal einen Tag, an dem die Haare nicht so sitzen, wie man sich es wünscht.

Welchen Blogs und Influencern folgst Du persönlich?

Ich folge natürlich denen, die ich persönlich kenne und anderen, die ich sehr inspirierend finde.

Welche Deiner Instagram-Beiträge sind die beliebtesten?

Die mit süßen Tieren und mit meinem Freund. Ich habe allerdings auch gemerkt, dass es immer mehr die Fotos sind, die echt sind. Weniger gestellt, weniger perfekt und mehr aus dem Moment raus.

Talents: Debi Flügge & Keeevsch

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