Wie sich das Bloggen professionalisiert hat

Früher war alles besser? Nö! Auch nicht, wenn es ums Bloggen geht.

Als ich anfing zu bloggen, da musste man noch erklären, was das überhaupt ist. So ein Weblog. Ja mit „g“ und nicht mit „k“. Mit „persönlicher Webseite“ habe ich es oft versucht. Trotzdem erntete ich meist nur Stirnrunzeln. Als dann auch noch einige Blogger full time schrieben, hörten wir nur all zu oft: „Und damit kann man Geld verdienen?“

Fab4mag Bloggen Professionalisierung

Bloggen: Der Weg zur Professionalisierung

Wie das vor ein paar Jahren alles so ablief bei den Oldschool-Bloggern? In Facebook-Blogger-Gruppen tauschten wir uns aus. Man kannte sich. Blogger Relations waren noch in den Kinderschuhen. Jede Woche ging mindestens einmal eine E-Mail rum. „Lieber (setze hier einen falschen Namen ein), wir würden Dir den Arbeitsaufwand des Sponsored Posts mit 20 Euro vergüten.“ Das ist mein Ernst. In den deutschen Blog-Anfängen wurden selbst den Bloggern mit der größten Reichweite oft nur T-Shirts als Honorare angeboten. Wir mussten sogar dafür kämpfen, dass wir „Sponsored Post“ unter die Artikel schreiben konnten.

Heute ist das zum Glück anders. Ein Blog wird als Arbeit gesehen (endlich!). Blogger sein ist jetzt ein Job. Ein Sponsored Post wird endlich mit dem altbekannten Advertorial im Printmagazin gleichgesetzt. Gilt als authentisches Marketing. Was damit einhergeht? Eine Professionalisierung. Und der Prozess war auch dringend notwendig. Schließlich haben Blogs Reichweiten wie Online-Magazine. Und ein Blog ist auch wirklich Arbeit. Sieht vielleicht auf Instagram nach „um die Welt jetten“ aus. Allerdings sieht man da auch nicht, dass selbst im Paradies auf Bali die Nacht zum Blog-Arbeitstag gemacht wird.

Was haben wir anfangs kämpfen müssen, um ein angemessenes Honorar für stundenlange Arbeit zu bekommen. Und immer wieder haben wir den Kontakt zu anderen Bloggern gesucht, um Honorare zu vergleichen. Damit sich niemand unter Wert verkauft. Denn das kann schnell eine noch so junge Branche kaputt machen. Puh… Die Honorar-Diskussionen gibt es für uns Blogger, seit es Blog-Agenturen gibt, zum Glück jetzt nicht mehr. Die Professionalisierung spüre ich hier am deutlichsten.

Was früher vielleicht wirklich besser war? Die Unterstützung untereinander. Dadurch, dass Bloggen jetzt Business ist, werden natürlich auch die Ellenbogen ausgefahren. Gegenseitig verlinken – das war früher sogar bei Blog Posts an der Tagesordnung. Vielleicht schaffen wir ja trotz Konkurrenzgedanken wieder ein wenig mehr Teamspirit zu leben. Beim TeamFab4 spüre ich ihn schon – aber vielleicht gelingt es uns auch über die Agenturgrenzen hinaus? Schließlich hat für mich jeder Blog seine Nische und seine Daseinsberechtigung. Und in einer so jungen Branche sollte man sich doch gegenseitig lieber stark als klein machen.

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